• Markus Mitterberger

Lohnt sich eine private Krankenversicherung?

Aktualisiert: 28. Apr. 2020

In Österreich ist man als Arbeitnehmer automatisch gesetzlich krankenversichert. Durch die Pflichtversicherung ist die Grundversorgung an Gesundheitsleistungen in Österreich weitestgehend abgedeckt. Dies gilt auch für Zeiten der Arbeitslosigkeit oder auch für weitere Familienangehörige, speziell für die eigenen Kinder. Unser Krankenkassensystem ist zwar schon sehr gut, deckt aber nicht alles ab. Aus diesem Grund hat sich auch in Österreich ein Markt für private Krankenversicherungen etabliert, vor allem für unselbstständige Erwerbstätige, die Zusatzleistungen abgedeckt haben möchten. Aber lohnt sich das? Was deckt so eine private Krankenversicherung überhaupt?


Die Leistungen einer privaten Krankenzusatzversicherung


Wahlarzt und Sonderklasse


Eine private Krankenzusatzversicherung unterteilt sich meist in zwei Teile. Einerseits gibt es die Sonderklasseversicherung, die eine „gesonderte“ Behandlung bei Spitalsaufenthalten ermöglicht. Dazu zählen beispielsweise die Auswahl der Wunschklinik, die Wahl des behandelnden Arztes, flexiblere Terminauswahl und ein komfortableres Krankenzimmer (Ein- oder Zweibettzimmer mit Telefon, TV, Dusche, WC, Menüwahl…). Auch wenn Krankenhäuser und Ärzte keine Sonderbehandlung von Zusatzkrankenversicherten bei der Verteilung von Operationsterminen zugestehen möchten, ist es inzwischen ein offenes Geheimnis das oft nicht so ist.


Den zweiten Teil einer privaten Krankenzusatzversicherung bildet meist der Wahlarzt. Das bedeutet, dass man sich den Arzt frei wählen kann, was oft Vorteile wie verkürzte Wartezeiten oder auch eine intensivere ärztliche Beratung mit sich bringt. Zu beachten ist hier, dass der Patient die Kosten des Wahlarztes zuerst selbst bezahlen muss. Erst in einem zweiten Schritt wird diese Rechnung bei der jeweiligen gesetzlichen Krankenversicherungsanstalt eingereicht. Der dabei übernommene Kostenersatz variiert von Versicherung zu Versicherung. Erst wenn die gesetzliche Krankenversicherung ihren Teil geleistet hat, kann man den restlichen noch offenen Betrag bei der privaten Krankenzusatzversicherung einreichen. Auch hier gibt es Unterschiede, wieviel letztendlich gezahlt wird.


Einen Sonderfall bilden Zahnbehandlungen. Diese sind meist in der Wahlarztversicherung nicht inkludiert und müssen durch eine zusätzliche Versicherung abgedeckt werden. Doch aufgepasst: Eine reine Zahnzusatzversicherung gibt es in Österreich kaum, es ist wirklich nur ein Zusatz, in den meisten Fällen ist ein Sonderklasse Tarif notwendig um die Zähne zu versichern.


Weitere Vorteile in der privaten Krankenversicherung


In Österreich sind nicht nur notwendige Behandlungen durch die private Krankenzusatzversicherung abgedeckt, sondern auch therapeutische Behandlungen wie Physio-, Ergo-, Psychotherapie oder Logopädie können inbegriffen sein.

Meistens ist auch eine sogenannte Krankenhaus-Taggeldversicherung inkludiert, diese leistet je nach Prämie einen festgesetzten Betrag pro Tag im Spital. Auch der Verlust Ihres Einkommens, wegen Krankheit kann durch die Krankenhaus- Taggeldversicherung gemindert werden. Dies dient aber nur Ergänzend zur Berufsunfähigkeitsversicherung.

Für Frauen, die in nächster Zeit planen ein Kind zu bekommen, ist die private Krankenzusatzversicherung aber auf jeden Fall eine Überlegung wert. Aber Achtung: Es gibt auch hier Wartefristen, also frühzeitig informieren und nicht erst in der Schwangerschaft eine Krankenversicherung abschließen. Manche Krankenversicherungen decken nämlich Kosten der Hebamme oder mancher Untersuchungen ab. Hauptgrund in diesem Fall eine private Krankenversicherung abzuschließen, ist aber dass das Neugeborene automatisch mitversichert wird.


Die Vorteile einer privaten Krankenzusatzversicherung noch einmal im Überblick:


-Die Möglichkeit einen Wahlarzt oder eine Privatklinik aufzusuchen

-Freie Wahl des Operationsarztes

-Krankenhausaufenthalte im Einbett- oder Zweibettzimmer

-Zusatzversicherung von der Steuer absetzbar

-Bevorzugung bei Terminvergabe

-Inkludierte Heilbehandlungen

-Anspruch auf Krankenhaus Taggeld

-Zusatzleistungen für schwangere Frauen


Lohnt sich also eine private Krankenversicherung?


Wie bei fast allen Versicherungen weiß man das vorher nicht. Die Beiträge zur privaten Krankenversicherung sind mit unter nicht sehr günstig. Meiner Meinung nach ist die private Krankenversicherung nicht das wichtigste, sondern eher eine Luxusversicherung. Vorher sollte die finanzielle Existenz abgesichert werden, denn wenn du z.b. Berufsunfähig werden solltest und hier nur noch knapp 1000€ vom Staat bekommst, wird die Krankenversicherung mit beispielsweise 100€ Monatsprämie nicht mehr Leistbar sein.


Eine Krankentagegeldversicherung lohnt sich aber definitiv! Diese zahlt dir zum Beispiel einen Einkommensverlust ab z.b. der 6. Woche bis maximal zu einem Jahr. Das dient dir zur Überbrückung bis die Berufsunfähigkeitsversicherung z.b. ab dem 6. Monat zahlt. Eine Krankentagegeldversicherung ist normalerweise auch nicht sehr teuer

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