• Markus Mitterberger

Was ist Berufsunfähigkeit und was bedeutet das für dich?

Aktualisiert: 27. Apr. 2020

Grundsätzlich bedeutet die Berufsunfähigkeit, dass du durch eine Krankheit, Invalidität oder einen Unfall deinen bisherigen Beruf langfristig nicht mehr ausüben kannst. Es bedeutet aber nicht, dass du keinen anderen Beruf mehr ausüben kannst.

Achtung: Berufsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit ist nicht das Gleiche

Bevor Sie eine das Risiko absichern, sollte grundsätzlich zwischen Berufsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit unterschieden werden. Der Unterschied zwischen Berufsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit spielt bei diesen Formen der Lebensversicherung eine wichtige Rolle. Nämlich der zu einer Erwerbsunfähigkeit. Dieser Unterschied kann später noch von Bedeutung sein, wenn es um das abstrakte Weisungsrecht geht. Das erkläre ich später noch genauer. Von Berufsunfähigkeit wird immer dann gesprochen, wenn der Versicherungsnehmer nach einem Unfall oder Krankheit (auch psychische Erkrankungen) nicht mehr dazu in der Lage ist, seinem erlernten bzw. zuletzt ausgeübten Beruf in ausreichendem Umfang nachzukommen. Oftmals bezieht sich die Berufsunfähigkeit, auf das fehlende Vermögen, mindestens vier Stunden am Tag in seinem Beruf zu arbeiten. Somit reicht es bei der Berufsunfähigkeit,  die erlernte bzw. zuletzt ausgeübte Tätigkeit nicht mehr in ausreichendem Umfang (zu 50 %) ausüben zu können.


Bei der Erwerbsunfähigkeit ist es hingegen so, dass der Versicherungsnehmer nicht mehr in der Lage sein muss, überhaupt Tätigkeit in vernünftigem Rahmen auszuüben. Sind Sie also z.b. ein Dachdecker, dann können Sie zwar berufsunfähig werden, weil Sie diesen körperlich anstrengenden Beruf nicht mehr ausüben können, dies bedeutet aber noch lange nicht, dass Sie gleichzeitig auch erwerbsunfähig sind. Könnten Sie zum Beispiel noch in einem Büro arbeiten, sind Sie nicht Erwerbsunfähig.

Die abstrakte Verweisung


Eine ganz wichtige Klausel in der Berufsunfähigkeitsversicherung ist das sogenannte abstrakte Verweisungsrecht. Das besagt, dass der Versicherer bei einem Leistungsfall das Recht hat, von der versicherten Person zu verlangen eine andere Tätigkeit auszuführen. Das heißt das die versicherte Person dann also erwerbsunfähig werden müsste, um in den Genuss der vereinbarten Berufsunfähigkeitspension zu kommen. Verzichtet der Versicherer aber auf dieses Weisungsrecht, so handelt es sich tatsächlich um eine echte Berufsunfähigkeitsversicherung. Die Leistungspflicht beginnt dabei bereits mit Eintritt der Berufsunfähigkeit und nicht erst mit der Erwerbsunfähigkeit.


Zurich zum Beispiel verzichtet darauf.


Was sind die häufigsten Ursachen für eine Berufsunfähigkeit?


Grundsätzlich gilt: es kann jeden treffen. Jeder Vierte wird im Laufe seines Lebens berufsunfähig!


Man sollte meinen Berufsunfähigkeit ist nur ein Risiko für körperlich schwer belastete Arbeiter und Handwerker. Weit gefehlt! Über 30 % aller Berufsunfähigkeitsfälle werden inzwischen durch psychische Erkrankungen verursacht. Und diese können jeden treffen – unabhängig vom Arbeitsplatz. Für jeden der also auf sein Einkommen angewiesen ist ein großes Risiko.


Was bedeutet dieser Fall für dich und dein Einkommen?


Nehmen wir an du bist, wie die meisten Österreicher, Angestellter oder Arbeiter. Dann bekommst du, je nachdem wie lange du schon in der Firma bist, dein Gehalt bis zu 14 Wochen durch deinen Arbeitgeber weitergezahlt. Auf die 14 Wochen kommt man aber erst nach 26 Dienstjahren.


Nach der Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber kommt für dich schon der erste große Einschnitt in deinem Gehalt, denn dann bekommst du nur noch 60% des Bruttogehalts. Deine laufenden Kosten durch Familie, Auto, Wohnung, Kredit etc laufen aber natürlich weiter. Kosten für das alltägliche Leben bleiben also gleich bzw könnten sogar höher sein, z.B. durch Medikamente und Arztbesuche.

Die Krankenkasse zahlt das maximal bis zur 26. Woche.

Ab der 27. Woche steht eine Entscheidung an: Entweder es ist eine Besserung in Sicht und die Krankenkasse gewährt dir weiter das Krankengeld oder du bekommst die Rehabilitationspauschalen der Gebietskrankenkassen bzw noch ein kleines Umschulungsgeld des AMS. Für Personen die nach dem 1.1.1964 geboren sind wurde nämlich die Berufsunfähigkeitspension gestrichen. Nach spätestens einem Jahr wird dann erneut geprüft, ob die ergriffenen Maßnahmen erfolgreich waren und du wieder arbeiten gehen kannst.


Beispielrechnung:


Wann bekommst du das Rehageld?

Das ist nicht so ganz einfach zu erklären, aber dazu habe ich ein Video für dich mit einem Erfahrungsbericht. Sehr sehenswert.


Wie hoch sollte Ihre BU-Pension sein und wie lang sollte sie laufen?


Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine klassische Lebensversicherung, die also dein Einkommen absichert. Im Leistungsfall erhältst du eine monatliche Zahlung für die Dauer deiner Berufsunfähigkeit, maximal jedoch bis zum vertraglich vereinbarten Zeitpunkt. Im Idealfall ist das das gesetzliche Pensionsalter. Aus Gründen der Prämienhöhe ist es aber auch oft bis der Kredit für das Haus abgezahlt ist und die Kinder auf eigenen Beinen stehen.


Generell gilt: Lieber eine BU-Versicherung die bis 55 oder 60 läuft und dich so weniger monatliche Prämie kostet, als gar keine zu haben. Denn: - Haus bzw Wohnungskredit ist meistens dann schon abgezahlt

- Familienplanung ist oft schon abgeschlossen, im Idealfall stehen die Kinder dann schon auf eigenen Beinen

- Großteil der Pensionsvorsorge ist bereits angespart


Was ist der Leistungsfall bei Zurich?


Grundsätzlich zahlt dir Zurich deine vereinbarte Leistung ab einem ununterbrochenen Krankenstand von vier Monaten aus, wenn absehbar ist dass du die nächsten 2 Monate auch noch im Krankenstand sein wirst. Tritt dieser Fall ein, zahlt Zurich rückwirkend von Tag 1 des Krankenstands die Prämie aus und danach weiterhin monatlich, maximal jedoch für 24 Monate.

Auch wenn du zwischendurch kurz mal einen Arbeitsversuch unternimmst, behältst du deinen Anspruch auf die Leistung.


Bei Fällen in denen vorher schon klar ist, dass du deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst, beginnt Zurich schon früher mit der Auszahlung. Sagen wir mal du bist Dachdecker und sitzt nach einen Unfall im Rollstuhl.


Nach 6 Monaten kannst du aber generell eine Begutachtung fordern. Dann geht ein unabhängiger Gutachter zusammen mit dir deinen Tagesablauf im Job durch und schaut was du noch machen kannst und welche Tätigkeiten nicht mehr möglich sind. Solltest du mindestens 50% deines Jobs nicht mehr ausüben können, giltst du als berufsunfähig und bekommst deine Rente bis zum Ende der vereinbarten Rentenlaufzeit ausgezahlt.


Die meisten Menschen wollen aber nicht die nächsten 30 Jahre bis zur Pension untätig sein, sondern wieder einem Job nachgehen der für sie passt. Auch dabei unterstützt dich Zurich mit Umschulungen oder Weiterbildungsmaßnahmen.


Wann zahlt die Zurich Berufsunfähigkeitsversicherung?


- ununterbrochene Arbeitsunfähigkeit ab 4 Monaten, rückwirkend ab Tag 1, sofern die nächsten 2 Monate keine Änderung in Aussicht ist

- 50% Berufsunfähigkeit in deinem zuletzt ausgeübten Beruf


Wer brauch also eine Berufsunfähigkeitsversicherung?


Kurzum: Jeder der auf sein Einkommen angewiesen ist.

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